1. Kempten nachhaltig denken.
Kempten braucht Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung – nur so wird unsere Stadt zukunftsfähig. Darum setzen wir uns dafür ein, dass Klimaschutz bei allen Planungen und Entscheidungen der Stadt mitgedacht wird. Von Anfang an und nicht nur als Randnotiz.
Stadtgrün und Begegnungsorte
- Mehr Bäume in der Stadt und weniger versiegelte Flächen – das schafft angenehme Aufenthalts- und Begegnungsräume für alle, schützt bei Starkregen vor Überschwemmungen und kühlt bei Hitzewellen.
- Zentrale Plätze wie Hildegard- oder Rathausplatz oder die Kronenstraße sollen so attraktiver und nachhaltiger gestaltet werden – Klimaschutz und Begegnungsräume gehören zusammen.
Erneuerbare Energie – so viel wie möglich lokal
- Bürger*innen, Unternehmen und die Stadt brauchen einfache und bürokratiearme Wege, um gemeinsam auf erneuerbare Energien umzusteigen.
- Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden und Freiflächen sowie eine lokale, nachhaltige Energieversorgung müssen selbstverständlich sein.
- Stadtbusse sollen vollständig elektrisch fahren und wir wollen Eigentümer-Gemeinschaften bei der Installation von Ladestationen unterstützen. Das Ziel: eine emissionsarme Mobilität.
Klimaschutz sozial gerecht gestalten
- Sozial gerechte Planung heißt: Durch Zukunftswerkstätten und offene Beteiligungsformate sollen alle Kemptener*innen ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Kempten mitgestalten können.
- Nachhaltiges Leben darf vor allem kein Luxus sein, sondern muss für alle bezahlbar bleiben: Busfahren muss so günstig wie möglich sein, gesundes und nachhaltiges Essen soll es in alle Kitas und Schulen geben und erneuerbare Energie darf kein teurer Tarif sein.
- Wir müssen bei Entscheidungen und Umsetzungen verständlich kommunizieren, so dass klar wird, wie sie das Leben der Kemptener*innen verbessern.
Fertige Konzepte mutig und konsequent verwirklichen!
- Der Klimaschutzbeirat und städtische Initiativen wie der „Masterplan 2050“ und der „Klimaplan 2035“ haben bereits Visionen entwickelt und viele gute, umsetzbare Maßnahmen zum Klimaschutz ausgearbeitet.
- Seien wir mutig und setzen wir diese Visionen und Pläne konsequent in die Tat um – für ein besseres (Stadt)-Klima!
2. Mobilität, die für alle passt.
Zukunftsfähige Mobilität, wie wir sie verstehen, erhöht die Lebensqualität unserer Stadt, ermöglicht soziale Teilhabe für alle und garantiert eine nachhaltige Stadtentwicklung. Unser Ziel: Ein Verkehrssystem, das für alle Beteiligten sicher und verlässlich ist, den öffentlichen Raum aufwertet und allen verlässliche Mobilität bietet – unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort.
Öffentlichen Nahverkehr ausbauen
- Ein starker ÖPNV ermöglicht für viele Bürger*innen erst soziale Teilhabe. Wir setzen uns darum für bezahlbare, gerechte Tarife ein und für den Ausbau des Busnetzes in bisher benachteiligten Stadtteilen.
- Kempten braucht verlässliche Takte, gute Anschlüsse und ein besseres Busangebot auch am Wochenende und am Abend. Die Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof soll gestärkt und eine zusätzliche City-Linie geprüft werden.
- Mobilität endet nicht an der Stadtgrenze – das Umland braucht gute Anbindung für Ausbildung, Arbeit und regionale Wertschöpfung. Wir wollen hierfür mit dem Landkreis Oberallgäu und den angrenzenden Gemeinden auch auf finanzieller Ebene zusammenarbeiten.
Barrierefreiheit und faire Anreize für den ÖPNV
- Haltestellen und Wege sollen barrierefrei gestaltet werden.
- Busfahren soll günstiger werden als Parken in der Innenstadt und so den Umstieg vom Auto auf den Bus attraktiver machen.
Radverkehr stärken
- Radverkehr ist zentral für Klimaschutz und Lebensqualität in der Stadt. Dafür braucht es durchgängige, sichere Radwege – Straßenmarkierungen allein reichen nicht. Wir setzen uns für ein zusammenhängendes, baulich sicheres Radnetz in der gesamten Stadt ein.
- Die Kronenstraße soll innerhalb der Polleranlagen autofrei werden – mehr Raum für Fußgänger*innen, Radfahrende und Außengastronomie.
- Die Salzstraße soll sicherer und attraktiver werden, insbesondere für Schüler*innen der anliegenden Schulen.
- Der Hildegardplatz und die Kronenstraße sollen künftig autofrei und zu lebenswerten Aufenthalts-, Begegnungs- und Veranstaltungsorten werden.
- Falschparken auf Radwegen gefährdet Menschen – das Ordnungsamt soll stärker kontrollieren und Verstöße konsequent ahnden.
- Außerdem setzen wir uns für mehr Grünpfeile für den Radverkehr ein.
Verkehr sicher gestalten
- Innerhalb des Rings soll in der Innenstadt, wo es rechtlich möglich ist, dauerhaft Tempo 30 gelten, damit so der Durchgangsverkehr durch die Innenstadt deutlich reduziert wird.
- Im Umfeld von Schulen und Kitas sollen feste Geschwindigkeitsmessanlagen installiert werden, um die Sicherheit zu erhöhen.
Mehr Transparenz bei Verkehrsausgaben
- Städtische Investitionen in Verkehr sollen im Haushaltsplan separat aufgeschlüsselt werden nach ÖPNV, Radverkehr und Straßenbau.
- Damit wollen wir eine transparente Grundlage schaffen für zukunftsorientierte Entscheidungen und faire Prioritäten.
3. Junge Perspektiven, starke Stadt.
Eine lebendige Stadt braucht starke junge Stimmen. Wir wollen echte Jugendbeteiligung schaffen – verbindlich, wirksam und auf Augenhöhe. Jugendpolitik darf kein Randthema sein, sondern muss Teil jeder Entscheidung sein, die unsere gemeinsame Zukunft betrifft.
Neues Jugendzentrum in Kemptens Osten
- Das marode Jugendzentrum Bühl muss endlich durch einen Neubau ersetzt werden, der gemeinsam und schnell mit Jugendlichen realisiert wird.
- Jugendliche sollen verbindlich in Konzept, Standortwahl und Ausstattung einbezogen werden.
- Das neue Zentrum soll einladend, offen, inklusiv und ohne Konsumzwang und Barrieren sein – ein Ort für Kreativität, Begegnung und Gemeinschaft
Starke Jugendkommission (jUKO)
- Jugendliche sollen von der Politik nicht nur unverbindlich angehört, sondern mit ihren Vorstellungen ernst genommen werden.
- Die jUKO braucht dazu volles Antrags- und Rederecht im Stadtrat.
- Bei jugendrelevanten Themen wie Mobilität, Klima, Stadtentwicklung und Freizeit soll die jUKO verbindlich beteiligt werden.
- Dazu sollen sich Stadtrat und Verwaltung regelmäßig mit der jUKO austauschen und so Transparenz und Vertrauen schaffen.
Konsumfreie und sichere Räume
- Kempten braucht mehr jugendfreundliche Orte ohne Konsumzwang – drinnen und draußen!
- Neue Sitzgelegenheiten und passende Freizeitangebote beleben den öffentlichen Raum für alle Generationen. Indirekte Beleuchtung an der Iller und smarte Flutlichtlösungen an Bolzplätzen sorgen für Sicherheit und mehr Aufenthaltsqualität.
- Das Konzept der „Netten Toilette“ wird erweitert und stärker beworben.
Starker Stadtjugendring (SJR)
- Jugendarbeit ist Zukunftsarbeit – der SJR soll finanziell, personell und politisch gestärkt werden.
- Regelmäßige Gespräche mit Stadt und jUKO sichern Austausch und Verlässlichkeit.
- Jugendverbände werden stärker in Ganztags- und Ferienangebote einbezogen.
- Kinder- und Jugendarbeit soll konsequent partizipativ gestaltet werden.
Schulen als Lebensraum stärken
- Schulen sind Orte des Lernens und Lebens, sie sollen verbinden, bewegen und zum lebenslangen (Demokratie-)Lernen beitragen.
- Der Neubau der Heiligkreuzer Grundschule und eine (energetische) Sanierung des Carl-von-Linde-Gymnasiums haben Priorität.
- Bestehende Schulen werden mit schnell umsetzbaren Maßnahmen modernisiert – mehr Grün, Schatten, attraktive Aufenthaltsbereiche und sichere Fahrradplätze. Sie fördern Wohlbefinden und Lernklima mit modernen Sanitäranlagen, ruhigen Rückzugsorten und einer leicht zugänglichen Schulsozialarbeit.
(Wohn)-Raum für alle
- Wir setzen uns dafür ein, dass Wohnraum in Kempten nicht leer steht – Kempten muss bezahlbaren Wohnraum für alle bieten, so dass vor allem junge Menschen und Familien dauerhaft hier leben können. Während oder nach der Ausbildung in Kempten wohnen zu können, darf kein Privileg sein. Um Leerstand zu vermeiden, wollen wir einen Leerstandsmelder etablieren.
- Stabile Nachbarschaften und ein soziales Miteinander sollen priorisiert werden und unsere Stadt als Tourismusregion muss nachhaltig sein.